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Agualusa, José Eduardo. Das Lachen des Geckos

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Übersetzung aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

A1 Verlag, München 2008

Signatur: Lit Afr 155

 

 



 

Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von illustren Vorfahren und versorgt sie mit glücklichen Erinnerungen. Doch eines Nachts kommt ein Fremder in sein Haus, dem er eine neue angolanische Identität verschaffen soll. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend mit der erfundenen Person identifiziert und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vergangenheit begibt. Agualusas wendiger Erzähler nimmt uns mit auf eine spannende und poetische Reise durch die wechselnden Landschaften von Erinnerung und Geschichte, in eine Welt, in der die Wahrheit sich von einem Moment zum anderen verändert.

Das Buch wurde bisher in zehn Sprachen übersetzt und erhielt 2007 den renommierten britischen Independent Foreign Fiction Prize.

 

 

agualusa jose eduardoJosé Eduardo Agualusa, geboren 1960 in Huambo/Angola, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Er veröffentlichte Gedichte, Erzählungen und Romane, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. 2006 gründete er den brasilianischen Verlag »Língua Geral«. Er lebt als Schriftsteller und Journalist in Portugal, Angola und Brasilien. (Foto: Jordi Burch)

 

 

Rezensionen

 

Ein packendes literarisches Zeugnis, das tief in die Abgründe der angolanischen Gesellschaft mit ihren Wunden aus mehreren Jahrzehnten Bürgerkrieg eindringt ... Agualusa schafft eine faszinierende Berührung mit der Geschichte eines Landes, dessen Kultur bei uns nur im Ausnahmefall wahrgenommen wird ... Wie sein Held Félix Ventura ist auch Agualusa im heutigen Angola ein Außenseiter - nämlich einer der wenigen im Land verbliebenen Nachkommen der kolonialen Oberschicht aus Portugal. Politik äußert sich in seiner Prosa nicht mehr als ein die Grenzen des Literarischen sprengender Schrei nach Freiheit, sondern als ein epischer Stoff, der die Begegnung mit der kollektiven Erinnerung und ihren Traumata möglich macht - und sei es, wie hier, aus einem unterhaltsamen Genreroman heraus. Sein durchdringendes „Lachen des Geckos" könnte die Vorlage zu einem politischen Thriller bieten, wie ihn uns das afrikanische Kino bislang noch immer vorenthält.

Florian Borchmeyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Gibt es noch so etwas wie eine Magie des Erzählens? Jene schwer zu definierende Mischung aus ungewöhnlicher Phantasie, der Verführungskraft einer geschliffenen Sprache und einem Symbolismus, der nicht in dekorativen Bildern schwelgt, sondern fest in einer spannungsvoll erzählten Wirklichkeit wurzelt?

Skeptiker müssen da voller Bedenken den Kopf wiegen, denn in der Tat sind solche Kombinationen nicht jedem Produkt der "Massenware" Literatur zuzuschreiben. In diesem kleinen, poetisch verdichteten Roman aber sind alle diese Elemente mit solcher Souveränität eingesetzt, dass man mit freudiger Verblüffung nur von einem großen Roman sprechen mag.

Gregor Ziolkowski, Deutschlandradio, www.dradio.de