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Elalamy, Youssouf Amine (Marokko)

elalamy_gestrandetGestrandet

Übersetzung aus dem Französischen von Barbara Gantner

Verlag Donata Kinzelbach: Mainz 2008

Lit Afr 258

 

 

 

 

 

Über das Buch:

Zwölf Männer und eine Frau machen sich auf den Weg, um illegal mit einem Boot von Marokko nach Europa zu gelangen. Jeder hat seine eigenen Hoffnungen. Ein Schiffsbruch macht sie alle zunichte. Wie in einem antiken Chor lässt der Autor die einzelnen Stimmen auftreten und ihr Schicksal vortragen.

Die Geschichte in Youssouf Amine Elalamys Roman Gestrandet (OT. Les Clandestins, 2000) ist so einfach wie eine Zeitungsmeldung: Zwölf Männer und eine Frau versuchen auf einem Fischerboot vom nordmarokkanischen Dorf Bnidar aus heimlich die spanische Küste zu erreichen. Wind kommt auf, das Boot kentert. Tage danach liegen die Leichen wie «seltsame Fische» am Strand. Der Roman, für den der 1961 geborene Autor den Prix Grand Atlas Maroc erhielt, macht diese Geschichte jedoch zu einer konkreten, berührenden Tragödie. In 31 kurzen Passagen erhalten diese Menschen individuelle Gesichter; fassbar werden die Beweggründe der Emigranten und die Trauer der Hinterbliebenen. Die dafür nötige Nähe erreicht der Autor, indem er die Emigranten und die Dorfbewohner selber zu Wort kommen lässt: Gestrandet ist ein kunstvoll komponiertes und in einer poetischen Sprache geschriebenes Geflecht von Stimmen, die das äussere Geschehen nur andeuten, sich dafür auf Gefühle, Träume und Enttäuschungen konzentrieren. Kontrastiert werden sie mit dem Fotografen aus der Stadt: Ihm sind die angeschwemmten Körper lediglich Objekte für Aufnahmen, die sich einträglich an die Medien verkaufen lassen.