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Agualusa. Barroco Tropical

 

Agualusa Barroco TropicalÜbersetzung aus dem Portugiesischen von Michael Kegler

A1 Verlag: München 2011

Signatur: Lit Afr 326

 

 

 

 

 

 

Über das Buch:

Dem Schriftsteller Bartolomeu Falcato fällt eine Frau buchstäblich vor die Füße. Allerdings nicht aus heiterem Himmel, sondern aus einem Unwetter heraus, und es ist klar, dass sie nicht freiwillig gestürzt ist.
Bei der Toten handelt es sich um Núbia de Matos, Model und angebliche Ex-Geliebte der Präsidentin. Nur fünf Tage zuvor hatte sie Falcato in der Abflughalle des Flughafens angesprochen, ihn bedrängt und pikante Details aus den Hinterzimmern der politischen Eliten erzählt. Doch statt sich um die Aufklärung des mysteriösen Todesfalls kümmern zu können, wird Falcato selbst zum Verfolgten. Ominöse Anrufer warnen ihn, in seineWohnung zurückzukehren. Und auch seine Frau darf nicht wissen, was er zur fraglichen Zeit am fraglichen Ort zu suchen hatte, und vor allem nicht, mit wem...
Was folgt, ist eine rasante Odyssee durch den Untergrund und die Abgründe der angolanischen Hauptstadt Luanda. 24 Stunden, in denen Falcato selbst in einen Strudel aus skrupelloser Gewalt, Leidenschaft und Eifersucht gerät. Und dann sind da noch die schwarzen Engel, die auf den Dächern der Hochhausruinen tanzen, die seit dem Ölboom überall in Luanda in den Himmel ragen. Hirngespinste? Realität gewordene afrikanische Mythen?
José Eduardo Agualusa schafft in seinem im Jahr 2020 angesiedelten Roman ein filmisches und poetisches Panoptikum Angolas aus vermeintlichen Trugbildern und politischer Realität.

 

Pressestimmen: 

"José Eduardo Agualusas »Barroco tropical« ist ein postmodernes Meisterwerk ... ein Roman, den man bis zum Schluss mit vor Staunen offenem Mund liest. Vielleicht gibt es nicht sehr viel, worum wir die Angolaner beneiden können, aber dieser Roman gehört dazu."

Kreuzer-Jury, Buch des Monats

 

"José Eduardo Agualusa ist ein Virtuose der Verzweigungen. Wie er seine Gestalten nicht nur auf die rationellste Weise konturiert, sondern ihnen auch Verbindungswege, Begegnungs- und Beziehungsplattformen inszeniert, das ist von einer geradezu atemberaubenden Meisterschaft. Allein die schwarzen Federn (von einem komatösen Engel? Tatsächlich? Oder immerhin möglich?), die immer wieder durch diesen Roman schweben, eignen sich ebenso als irisierende Levitationselemente wie als praktische Folterwerkzeuge, wenn sie Opfern in den Mund gestopft werden. Zwischen Schrecken und Verzückung agiert dieser Text, zwischen furioser Dynamik und der traditionsbeladenen Schwere einer immergleichen Wiederkehr, zwischen Luxuszelle und Armutshölle, zwischen afrikanischer Erzähllust und europäischem Formbewusstsein. Im Roman werden Texte von J. M. Coetzee und Gabriel García Márquez erwähnt - ein Autor von diesem Rang muss in der Tat keine Komplexe haben."

Gregor Ziolkowski, Frankfurter Rundschau

 

"»Barroco tropical« beginnt schon auf den ersten Seiten stark, packend und viel versprechend ... Das Buch folgt seinem ganz eigenen Chaos, einem Wirrwarr von Lebensgeschichten, Erlebnissen und Emotionen, die sich erst später zusammenfügen. Das Eingangszitat seiner Romanfigur Mouche Shaba charakterisiert das Buch wohl am besten: »Mich interessiert nicht die Ordnung des Chaos. Mein Ziel ist, es zum Blühen zu bringen.« Agualusa schafft genau das. Hat die Geschichte erst einmal gekeimt, gedeiht sie immer schneller und fügt sich zu einem fesselnden Ganzen zusammen."

Marit Arnold, Afrikapost

 

"Eine raffinierte Mischung aus spannendem Politthriller, düsterem Zukunftsroman, Liebesgeschichten ohne Happy end, angereichert mit schwarzem Humor und einer Prise Magie ... José Agualusa ist ein präziser Sprachkritiker und humorvoller Sprachschöpfer, der sich wie ein Traumwandler zwischen Wirklichem und Wunderbarem bewegt und knallharte Sozialkritik und schwarze Engel auf plausible Art miteinander verknüpft."

Margrit Klingler-Clavijo, Bayerischer Rundfunk

 

"Agualusa spielt gerne mit den Grenzen zwischen Sein und Schein. Sein dritter Roman »Barroco tropical« ist ein gewagtes Experiment: In wahrhaft barocker Manier entwirft José Eduardo Agualusa eine Fülle schillernder Figuren, die vom Strudel der Ereignisse mitgerissen werden. Di fragmentarische Erzählung um eine tot vom Himmel gefallene Frau, die Odyssee eines Schriftstellers durch den Untergrund Luandas und immer wieder auftauchende schwarze Engel scheint ein Fantasiegebilde zu sein. Doch die gesellschaftskritischen Reflexionen des Romans, der einen Blick in die Zukunft Angolas wirft, haben einen durchaus realistischen Hintergrund ... »Barroco tropical« ist das erste von José Eduardo Agualusas zahlreichen Büchern, das nicht in einem angolanischen Verlag erscheinen kann. Nun lassen die jüngsten politischen Entwicklungen den Angolaner hoffen, dass auch sein Land dem erfolgreichen Volksaufstand Ägyptens folgen wird."

Nina Gruntkowski, WDR 5/Scala

 

"Als detailreichprächtiges, in grellen Farben gemaltes Bildnis von Angola ist »Barroco tropical« voller bewegender und schlicht erhellender Szenen. Für die erpresserische und bestechliche Meute der Mächtigen hat Agualusa nichts als Hohn und Verachtung übrig. Auch die alten Traditionen des Volkes idealisiert er nicht, etwa wenn er auf peinigend präzise Weise von den »Hexen« erzählt, auf die in Angola noch heute Jagd gemacht wird und von denen viele der Lynchjustiz zum Opfer fallen. Gleichwohl zeigt er sein Land nicht nur als Hölle, sondern auch als Himmel auf Erden, und bei aller Kritik leuchtet immer wieder die Zuneigung zu Angola, zu den verrohten und großmütigen Menschen seiner Heimat auf."

Karl-Markus Gauss, Neue Zürcher Zeitung

 

"Ein riesiger, exzessiver, komplexer, sich verzweigender aber stets mitreißender Roman ... José Eduardo Agualusa macht der angolanischen Gesellschaft, den Fehlern und Übergriffen der Macht und der Rückkehr afrikanischer Zauberriten mutig einen furiosen Prozess – mit der Schnelligkeit und Schönheit seiner Sprache, seinem Humor und seiner reichen Kultur... Eine Geschichte, tausend Geschichten, fesselnd und in perfektem Einklang mit dem Titel des Romans: »Barroco tropical«."

Urbano Tavares Rodrigues, Gulbenkian-Stiftung

 

"Agualusa bedient sich des Phantastischen, um die Realität darzustellen, in einer überbordenden Handlung voll von Fakten und außergewöhnlichen Protagonisten, in der Sozialkritik und das Politische allerdings nie aus dem Blickfeld geraten."

Luciano Trigo, Máquina de Escrever

 

"Noch nie hat uns jemand Luanda auf diese Weise gezeigt: anarchisch, wild zivilisiert, widersprüchlich, korrupt, und riesig, ein Sammelbecken von Träumen und Verzweiflung ... Wer eine wirkliche Zukunft errichten will, darf heute nicht schweigen. Für die Nostalgiker, die noch dem Sonnenuntergang in der Bucht von Luanda von vor fünfzig Jahren nachtrauern, und den Goldgräbern, die dort heute anlanden, sei »Barroco tropical« zur Pflichtlektüre erklärt."

Rui Lagartinho, Time Out Lisboa