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Waberi, Abdourahman. Tor der Tränen

 

Waberi TränenÜbersetzung aus dem Französischen von Katja Meintel

Edition Nautilus: Hamburg 2011

Signatur: Lit Afr 309

 

 

 

 

 

 

 

Über das Buch: 

In seiner Gefängniszelle auf der Teufelsinsel vor der Küste Dschibutis hat Dschamal, eingekerkert als islamistischer Terrorist, von der Rückkehr seines Zwillingsbruders Dschibril in seine alte Heimat erfahren. Er verfolgt ihn in Gedanken, lässt ihn beschatten, zieht eine Schlinge um ihn. Dschibril ist in Kanada ein neuer Mensch geworden, das Land seiner Kindheit ist für ihn nur noch fremd und staubig. Als Angestellter der Informationsagentur »Adorno Location Scouting« muss er für einige Tage nach Dschibuti zurückkehren: Frankreich, die USA und Dubai machen einander das Stück basaltener Erde an der »Tor der Tränen« genannten Meerenge streitig. Als Dschibril in Dschibuti ist, reißen alte Wunden wieder auf, die Geister seiner Familie verfolgen ihn, sein Rechercheauftrag kommt nicht recht voran. Jeden Tag irrt er ein wenig weiter auf den gefährlichen Pfaden der Erinnerung. Beide Brüder schreiben ein Tagebuch, der eine folgt der islamistischen Weltsicht, der andere der der westlichen Moderne. Im gedanklichen Wechselspiel der Brüder spiegelt sich die tiefe Zerrissenheit der Protagonisten und ihrer Beziehung zueinander. Heimat, Exil, Erinnerung sind die Themen dieses sprachmächtigen Romans.

 

Pressestimmen: 

"So stehen hier keine zwei isolierten, miteinander unvereinbaren Ideologien nebeneinander. Stattdessen öffnen sie sich, werden durchlässig. (...) Aber näher kommen sie sich nicht. Im Gegenteil: Die Brüder pflegen ihre Abneigung, die sich längst zu tödlicher Feindschaft ausgewachsen hat. Darüber wird das Buch passagenweise nicht nur zu einem literarischen Essay über die Logik kultureller Verleumdung, sondern auch zum packenden Kriminalroman. Unterhalten und zugleich zu belehren – dieses Prinzip großer Literatur setzt Waberi mit bewundernswert leicher Hand um, von der ersten bis zur letzten Seite dieses dramatischen Romans."
Kersten Knipp, Frankfurter Allgemeine Zeitung


"Waberi unternimmt in seinem neuen Roman Tor der Tränen den Versuch einer Beschreibung der globalen Welt. Er erzählt die Geschichte von zwei Zwillingsbrüdern aus Dschibuti, deren Leben konträre Verläufe nehmen. (...) Zu den antipodischen Hauptfiguren, die sich beide auf ihre Art im Exil befinden und in einander abwechselnden Texten erzählen, gesellt sich noch eine weitere Figur: Walter Benjamin, der Exilant schlechthin. Er erscheint als eine beinahe mythische, auch phantasmatische Figur, die das Imaginäre beider Brüder besetzt. (...)
Der Autor hat sich viel und hat sich Spannendes vorgenommen. Geschichte und Gegenwart Dschibutis, Kolonialismus, Neokolonialismus, der Westen, der Fundamentalismus, der neue Kapitalismus made in Dubai, das Exil als literarischer Topos und als gegenwärtige Migrationsrealität gehören dazu. Formal spielt der Schriftsteller mit unterschiedlichen Genreversatzstücken und Schreibweisen: Spionageroman, Tagebuchliteratur, Essayhaftes, religiöse Textformen. Sein Roman ist hochgradig konstruiert, voller Anspielungen und textueller Verweise."
Barbara Eisenmann, SWR 2 Forum Buch


"Abdourahman Waberi hat eine höchst intellektuelle, manchmal etwas konstruierte Geschichte am Puls der Zeit geschrieben, die den Leser mit der einzigartigen Sicht eines afrikanischen Denkers zwischen den Welten konfrontiert."
Birgit Morgenrath, Welt-Sichten und WDR


"Abdourahman A. Waberi, der mit seinem Erstling ›In den Vereinigten Staaten von Afrika‹ Weltpolitik und Witz gekonnt vereinte, entwirft ein gekonnt-düsteres Bild heimkehrender Emigranten. ›Ich bin ein Mensch von anderswo mit Maske von hier‹, sagt Dschibril. Doch auch die Maske der Heimat kann ihm keinen Schutz mehr bieten."
Jutta Sommerbauer, Die Presse


"Waberis Stärke liegt nicht darin, Lösungen anzubieten, sondern Fragen aus einer Perspektive zu stellen, die oft zu kurz kommt."
Dirk Naguschewski, Berliner Morgenpost


"Gekonnt spielt Waberi mit den Identitäten, wechselt die Erzählstimmen und erschwert es seinen LeserInnen, eindeutig Position zu beziehen. (...) Waberis Roman ist eine gelungene Auseinandersetzung mit den ungebrochenen Wirkungen des Kolonialismus, dem Widerstreit von Religion und Modernisierung, und der Suche nach einer eigenen Identität in einer sich dramatisch verändernden Welt."
Claire Horst, AVIVA


"›Tor der Tränen‹ erzählt seine Geschichte aus den Perspektiven zweiter Brüder. Westlich der eine, islamistisch der andere. So zerrissen wie diese beiden ist auch Dschibuti – Waberi lässt sein stolzes und verzweifeltes Heimatland vor den Augen der Leser lebendig werden. Ein intensives, kluges Buch, voller Anspielungen auf Waberis Vorbild Walter Benjamin, lebendig übersetzt von Katja Meintel."
Hendrik Heinze, Bayern 5 Kultur-Nachrichten